Seit Kurzem steht im Schulgarten unserer Schule ein Gartenhäuschen. Noch ist es nicht ganz fertig, doch jetzt nach der witterungsbedingten Pause hat das engagierte Projekt-Seminar ‚Nachhaltiger Schulgarten‘ die praktischen Arbeiten wieder aufgenommen.
Alles begann damit, dass Schüler des Wahlkurses ‚Schulgarten‘ bei der Schulleitung (und diese beim Landkreis) den Bedarf eines Gartenhäuschens als Lagerraum für die Gartengeräte anmeldete. Doch in Zeiten klammer öffentlicher Kassen war das hierfür nötige Budget nicht aufzutreiben. Die Lösung: „Do-it-yourself“ und - das mag für viele überraschend erscheinen – im Rahmen des regulären gymnasialen Unterrichts. Der Lehrplan sieht nämlich für Schülerinnen und Schüler der 11. Jahrgangsstufe die Teilnahme an einem Projektseminar vor. Glücklicherweise haben Lehrkräfte, die ein solches Seminar anbieten, großen Gestaltungsspielraum bei der Durchführung. So konnte Herr Büchler, der sich des Projektes „Gartenhaus“ angenommen hatte, ein Seminar unter dem Titel ‚Nachhaltiger Schulgarten‘ anbieten und prompt fanden sich viele interessierte und arbeitsfreudige Schüler, die das Vorhaben stemmen sollten.
Bereits im Oktober 2024 begann das erste Projekt-Seminar mit den Planungen für den Bau. Für die Konstruktion wurde die Fa. Stark engagiert, während Aushub und Betonieren des Punktfundaments in schweißtreibender Handarbeit geschah. Ganz im Sinne der Nachhaltigkeit kamen dabei überwiegend recycelte Materialien zum Einsatz, darunter Mineralschotter aus dem Abriss des alten naturwissenschaftlichen Gebäudes, ausrangierte Betonplatten als Rabatten, sowie Second-Hand Pflastersteine für den Bodenbelag. Im Herbst letzten Jahres startete dann das zweite Seminar mit den sichtbareren Arbeiten. Zusammen mit einem kleinen Team der Fa. Stark wurden die vorgefertigten Holzständer montiert und aufgestellt. Danach ging es an das Dach, das die Schüler wiederum in Eigenregie montierten. Für das zweite Halbjahr sind nun der Einbau von gebrauchten Fenstern bzw. Glaselementen und die Verkleidung des Häuschens mit Lärchenbrettern geplant.
Parallel zu den Handwerksarbeiten kümmerten sich im Hintergrund stets einige Schüler um die Beschaffung von Werkzeug und Arbeitsmaterialien sowie die Finanzen. Letztere konnten durch die Teilnahme an Nachhaltigkeitswettbewerben, z.B. von der Stadt Oettingen und vom Netzbetreiber n-ergie erheblich aufgebessert werden. Und durch den Kontakt zu externen Partner wurden viele praktische Probleme unkompliziert gelöst. Beispielsweise stellte die Schreinerei Michel kostenlos ein Baugerüst für die Dacharbeiten zur Verfügung.
Insgesamt profitieren alle Beteiligten der Schule von diesem Projekt: die Schule gewinnt bislang nicht vorhandenen Stauraum für Gartengeräte, die Schüler sammeln wertvolle praktische Erfahrungen und die Lehrer lernen viele verborgene Talente ihrer Schüler kennen.
Maximilian Büchler