Bereits zum dritten Mal war die mehrfach ausgezeichnete Autorin Antje Wagner zu Gast an unserer Schule und begeisterte die Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen mit einer spannenden Lesung. Diesmal stellte sie den psychologisch fundierten Wald-Mystery-Thriller „Wild. Sie hören dich denken“ vor, den sie gemeinsam mit der Autorin Tania Witte unter dem gemeinsamen Pseudonym Ella Blix veröffentlicht hat.
In diesem spielen vier straffällige Jugendliche, die in ein Bootcamp in der Sächsischen Schweiz geschickt werden, eine zentrale Rolle. Im Mittelpunkt des raffiniert aufgebauten Romans steht dabei die 15-jährige Noomi, die Antje Wagner den Schülerinnen und Schülern besonders eindrucksvoll vorstellte. Schnell wird deutlich, dass dieses Mädchen einen ganz besonderen Grund hatte, überhaupt straffällig zu werden: Sie wollte unbedingt in dieses Bootcamp gelangen. Warum, bleibt zunächst ein Geheimnis – genau wie vieles andere an diesem unheimlichen Ort. Erst im Laufe der Lesung erfuhren die Schüler, dass die Hauptfigur nach einer Exkursion spurlos verschwunden war und sich nach ihrem Auftauchen an nichts erinnern konnte. Nur ihre bruchstückhaften Erinnerungen an eine blutige Jagd und einen geheimnisvollen Wald lassen erahnen, dass etwas Schreckliches geschehen sein muss.
Während der Lesung erklärte die Autorin die Komposition des Romans. Die Handlung wird aus den Perspektiven der vier Jugendlichen erzählt, die sich in dem abgelegenen Waldcamp in der Sächsischen Schweiz befinden. Nach und nach setzen sich ihre unterschiedlichen Sichtweisen wie Mosaiksteine zu einem Gesamtbild zusammen. So entsteht nicht nur große Spannung durch die Handlung, sondern auch durch die Figuren selbst, denn immer wieder erfahren die Leser Überraschendes über deren Vergangenheit und Motive. Zusätzlich sorgt die geheimnisvolle Perspektive eines Ich-Erzählers, dessen Identität lange verborgen bleibt, für weitere Rätsel.
Auch über die Gestaltung des Buches sprach Antje Wagner mit den Schülerinnen und Schülern. Das Cover von Wild gefällt ihr besonders gut – keine Selbstverständlichkeit, wie sie erklärte. Autorinnen und Autoren haben auf die Covergestaltung meist nur sehr wenig Einfluss. Auf dem Cover sind acht Tiere sowie mehrere Augen zu sehen. Die Augen stehen symbolisch für das Beobachtetwerden und greifen damit ein zentrales Motiv des Thrillers auf.
Die abwechslungsreiche Lesung zeigte einmal mehr, wie fesselnd Literatur sein kann, und machte vielen Lust, den Thriller selbst zu Ende zu lesen.