Er ist kaum zu übersehen: Unsere Schule hat endlich den neuen Boulderblock in Betrieb genommen. Nach jahrelanger Planung steht unseren Schülerinnen und Schülern nun eine moderne Klettermöglichkeit zur Verfügung. Schulleiter Christian Heinz bezeichnete das Projekt als „Ergebnis eines langen Wegs, das Produkt von herausragendem Engagement aller Beteiligten“.
Die Idee entstand bereits vor über zehn Jahren im Rahmen eines Projektseminars unter der Leitung von Sportlehrer und Mittelstufenbetreuer Johannes Vogel, der selbst begeisterter Kletterer und ausgebildeter Klettertrainer ist. Eine erste Machbarkeitsstudie zeigte das Potenzial, scheiterte zunächst jedoch an der Finanzierung. In einem weiteren P-Seminar wurde das Konzept verfeinert und um einen integrativen und inklusiven Ansatz erweitert. Schülerinnen und Schüler arbeiteten dabei auch mit Menschen mit Handicap zusammen. Erst nach der Corona-Pandemie konnten ausreichende finanzielle Mittel bereitgestellt und Partner gewonnen werden. Der Landkreis unterstützte das Vorhaben maßgeblich, insbesondere der scheidende Landrat Stefan Rößle, dem es gelang, in den Entscheidungsgremien die Argumente für das Projekt überzeugend darzustellen. Auch der Oettinger Stadtrat sowie Bürgermeister Thomas Heydecker gaben grünes Licht für die Umsetzung und beteiligten sich an der Finanzierung.
Beim Bau engagierten sich neben Fachfirmen auch zahlreiche Schülerinnen und Schüler, die in unzähligen Stunden Eigenleistung einbrachten. Vorbereitende Arbeiten wie das Entfernen von Pflastersteinen und das Ausheben der Baugrube wurden unter anderem durch die Unterstützung der Firma Gartengestaltung Kaufmann aus Wemding ermöglicht. Das Fundament realisierte das Bauunternehmen Eigner aus Nördlingen. Begleitet wurde das Projekt mit großem Einsatz und viel Fachexpertise von Herrn Werner Ott aus dem Kreisbauamt, der die Planungen und die Durchführungen mit Rat und Tat unterstützte. Die eigentliche Kletteranlage errichtete die Firma Steilheit aus Österreich. Für die notwendige Sicherheit sorgte unter anderem die Anton Eireiner GmbH aus Wemding, die sich am Fallschutzkies beteiligte.
Auch die Firmen Bohner und Baywa Baustoffe Nördlingen unterstützten das Projekt beim Bau der Zaunanlage. Die Klettergriffe konnten durch private Spenden sowie eine größere Unterstützung der Firma Max Diez Wärmetechnik angeschafft werden. Der Schmidt Heimwerker Laden aus Wemding steuerte die passenden Schrauben zur Montage der Griffe bei.
Auch bei der Gestaltung der Außenanlagen halfen Schülerinnen und Schüler tatkräftig mit, etwa beim Transport von Materialien aus einem nahegelegenen Steinbruch.
Der Boulderblock kann ab sofort im Schulalltag, wie in Pausen, im Sportunterricht sowie in Arbeitsgemeinschaften oder im Rahmen der Ganztagsbetreuung genutzt werden und soll auch benachbarten Schulen zur Verfügung stehen. Perspektivisch ist zudem geplant, einen integrativen Klettertreff für interessierte Bürgerinnen und Bürger aus Oettingen und dem Ries zu etablieren. Kooperationen mit Diakoneo, die bereits in den Planungen beteiligt waren, sind schon angebahnt. Damit soll das Projekt seinem Motto „Gemeinsam hoch hinaus“ auch über den Schulbetrieb hinaus gerecht werden.
Schulleiter Christian Heinz bringt es auf den Punkt, wenn er sagt: „Ich bin begeistert von diesem Projekt. Es ist ein stilprägendes Beispiel dafür, wie heutzutage alle Beteiligten einer Gemeinschaft sowohl finanziell, mit Ideen, mit Kreativität und vor allem Beharrlichkeit über einen langen Zeitraum hinweg an einer auf den ersten Blick verrückten Idee festhalten. Mein ganz persönlicher Dank gilt Herrn Rößle, der die Bedeutung des Projekts nicht nur für die Schule, sondern auch für die Chance, Inklusion konkret vor Ort umzusetzen, indem integrativ Sport getrieben werden kann, in seinen Gremien verdeutlichen konnte. Aber vor allem möchte ich mich bei Kollege Johannes Vogel bedanken, der mit einem unglaublichen Aufwand neben seiner eigentlichen Arbeit, also Lehrer am A-E-G, ein Projekt umgesetzt hat, das ihm persönlich wichtig ist. Das ist NICHT selbstverständlich, aber beweist meine These: Wenn eine Lehrkraft etwas findet, für das er oder sie „brennt“, setzt man sich auch vor Ort an einer Schule dafür ein! Ich bin mir sicher, dass es am A-E-G und an allen anderen Schulen im Landkreis Kollegen gibt, die sich genau aus diesem Grund für ihre Schüler engagieren, sei es sportlich, musikalisch, künstlerisch, in AGs, auf Schulfahrten oder in individueller Unterstützung in etwa einer schwierigen Lebensphase etc. Ohne dieses Engagement vieler Kollegen und Kolleginnen wäre Schule um vieles blasser und ärmer.“
Christian Heinz und Johannes Vogel